20 Apr 2021
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Rufus wird Dozent an der Hochschule Anhalt

Unser Creative Director Rufus Fux hatte anscheinend doch nicht genug vom akademischen Leben und unterrichtet ab sofort an der Hochschule Anhalt. Als Dozent sitzt er aber diesmal am lĂ€ngeren Hebel; auch wenn er uns versichert hat, nett zu den Studierenden zu sein 😉

In einem kleinen Interview hat er uns von seiner neuen Aufgabe als Dozent berichtet.

ILV: ZunĂ€chst einmal herzlichen GlĂŒckwunsch zu der Dozentenstelle. Hau raus, welchen Kurs wirst du unterrichten und wie kam es ĂŒberhaupt dazu?

Rufus: Ich werde den Kurs Portfolio zur Berufsvorbereitung im Studiengang „Angewandtes Design“ betreuen. Meine Hauptaufgabe ist es gemeinsam mit den Studierenden ihre Studienprojekte zu sichten und ihnen UnterstĂŒtzung darin zu geben, bestmöglich ihre Arbeiten zusammenzustellen und zu prĂ€sentieren. Den Kurs hat Lisa Schmidt, eine freie Mitarbeiterin von I LIKE VISUALS, vorher betreut. Da sie sich wieder mehr auf andere Aufgaben konzentrieren wollte, kam sie auf mich zu. Ich war tatsĂ€chlich von Anfang an begeistert von der Idee. Schließlich hatte auch ich wĂ€hrend meines Studiums das GlĂŒck in Seminaren direkt von Gestalter:innen betreut zu werden, die voll im Berufsleben standen.

ILV: Da nimmst du mir schon fast meine zweite Frage vorweg. Aber ich stelle sie dir natĂŒrlich trotzdem. Was macht fĂŒr dich denn den Reiz an dieser neuen Aufgabe aus?

Rufus: Ich freue mich, ehrlich gesagt, sehr auf den frischen, unverbrauchten Blick den Studierende auf Gestaltung haben. Wir sind bei Weitem nicht eine Generation voneinander entfernt, aber dennoch sind sie ja noch nicht durch einen Berufsalltag vorgeprĂ€gt und bringen dadurch auch eine andere, ungefilterte Perspektive auf Design mit. Damit einher geht natĂŒrlich auch, dass ich Input von außerhalb der Agenturwelt, in der ich arbeite, bekomme. Ich denke also, dass auch ich, fĂŒr meine Arbeit, etwas aus dieser Dozentenstelle ziehen werde.

ILV: Deine Arbeit an der Hochschule soll die Studierenden also auf die Arbeitswelt und auf den Bewerbungsprozess vorbereiten. 

Rufus: Genau. Die Idee ist es, den Studierenden eine UnterstĂŒtzung zu bieten spĂ€ter auf dem Arbeitsmarkt mit ihren Kenntnissen bestehen zu können. DafĂŒr ist es fast unerlĂ€sslich, dass man in den Austausch mit professionellen Gestalter:innen tritt. Ich möchte, dass die Studierenden von meinen Erfahrungen, die ich bereits sammeln konnte, profitieren. Denn, wie ich vorher bereits kurz erwĂ€hnt hatte, war auch fĂŒr mich ein solcher Austausch ungemein wichtig. Einfach mal eine Perspektive, die von außerhalb meiner eigenen Studierenden-Bubble kam, hat mir an vielen Stellen geholfen in meinem kreativen Prozess neue Wege aufzutun. NatĂŒrlich kann man die jungen Kreativen nicht auf alles, was sie in der großen weiten Arbeitswelt erwarten wird, vorbereiten. Aber ich möchte gerne, so gut es geht, die Studierenden darauf einstellen, was sie nach ihrem Abschluss erwartet

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ILV: Das ist ja grundsĂ€tzlich auch etwas, was jedem helfen wĂŒrde. Der Einstieg in egal welchen Beruf wĂ€re sicherlich fĂŒr viele einfacher, wenn sie schon vorher erste Einblicke in den Alltag bekommen hĂ€tten. Welche Synergien erwartest du dir denn von deiner Stelle an der Hochschule fĂŒr deine Arbeit bei I LIKE VISUALS?

Rufus: Ich glaube, es gibt da zwei wichtige Aspekte. Zum einen ist es einfach der Feedback-Prozess. Dieser ist selbstverstĂ€ndlich auch im Berufsalltag als Gestalter fester Bestandteil der Arbeit. Und ich wĂŒrde auch sagen, ein sehr wichtiger Bestandteil. Letztendlich sollte angemessenes Feedbacken auch ein Leben lang weiter gelebt und gelernt werden. Ich bin der festen Überzeugung, dass eine gesunde Feedback-Kultur sowohl im internen Team, als auch zusammen mit Kund:innen, unfassbar bereichernd sein kann.

Das zweite, was ich erwarte – und das betrifft dann eher die Synergien fĂŒr meine Arbeit in der Agentur –  ist, dass ich mich immer wieder neu einlassen muss auf die unterschiedlichen Arbeiten, die mir prĂ€sentiert werden. Mit einem ganz frischen Blick Projekte zu betrachten, kann auch im Arbeitsalltag schnell untergehen. Man muss immer wieder einen Schritt zurĂŒcktreten und sich die Zeit nehmen einen kreativen Prozess in Ruhe voranschreiten zu lassen. Das ist im Berufsalltag sicherlich nicht immer so einfach möglich. Dennoch möchte ich mir selber diese SensibilitĂ€t fĂŒr Gestaltung weiter bewahren.

ILV: Nun zur alles entscheidenden Frage, zumindest fĂŒr deine Studierenden: Worauf mĂŒssen sich die Studierenden in deinem Seminar gefasst machen?

Rufus: Ich möchte so ehrlich wie möglich sein und den Studierenden eine realistische Vorstellung davon geben, wie es in der Arbeitswelt aussehen kann. Gleichzeitig möchte ich, dass sie das Beste aus sich selbst herausholen ohne sich zu verstellen oder ein anderes Bild von sich zu vermitteln, mit dem sie sich nicht identifizieren können. Das Aufbereiten der eigenen Arbeiten ist genauso wichtig, wie die Arbeiten selbst. Ein Blick von Außen kann eine neue Perspektive öffnen und helfen, wirklich das zu vermitteln, was man weitertransportieren möchte. Mir ist auch wichtig, dass sie lernen, dass kreative Arbeit, echte Arbeit ist und diese auch einen Wert hat. Gerade in der Ausbildung wird einem oft – direkt oder indirekt – vermittelt, dass man sowas doch mal eben machen kann, weil KreativitĂ€t einem jederzeit zufĂ€llt.

ILV: Das ist doch wirklich eine sehr gute Herangehensweise. Das ganze I LIKE VISUALS Team wĂŒnscht dir auf jeden Fall alles Gute, vor allem aber ganz viel Spaß bei deiner Arbeit an der Hochschule Anhalt.