15 Mai 2019
Weltpremiere Amaro

Weltpremiere von „Amaro“ auf dem NYC Independent Film Festival

Unser Projektmanager Fabian macht neben seiner Tätigkeit bei uns auch noch Spielfilme. Sein Film Amaro lief gerade als Weltpremiere in New York. Wie Fabian den Weg über den roten Teppich empfand und warum er nun an Frank Sinatra zweifelt, erfahrt ihr hier. Ein Erlebnisbericht:

Filmemacher unter sich

Zunächst: den roten Teppich gab es nicht. Auch keinen Teppich in Blau oder Schwarz. Gar keinen Teppich, in gar keiner Farbe.

Fünf Jahre habe ich gemeinsam mit meinem Co-Autor und Co-Regisseur Adrian am Drehbuch zu ‚Amaro‘ gefeilt. In 9 Tagen haben wir den Film mit 35 Leuten im Stab im vergangenen Jahr gedreht und dabei nur etwa 3 Stunden pro Nacht geschlafen, gefroren, gelacht und gut gegessen. Nach 4 Monaten Postproduktion hatten wir endlich einen fertigen Film. 34 Minuten lang. Als wir den Film zum ersten Mal unserem Team gezeigt haben, war der Stolz bei allen groß, sogar Tränen flossen.

Die Geschichte funktionierte so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Die Schauspieler Andreas Manz-Kozár und Paula Beer können sich mit ihrer Darstellung mit den ganz Großen ihrer Zunft messen. Und dann kam der Höhepunkt: Einladung des NYC Independent Film Festivals. Alle waren aus dem Häuschen. Kurz überlegt, Tickets gekauft und ab für vier Tage nach New York. Ist ja schließlich Weltpremiere. Und ist ja schließlich New York. „If I can make it there, I’ll make it anywhere“, lauten die weisen Worte des Herrn S. Wer jetzt an den Business-Class-Flug, die Suite im Waldorf Astoria und an tosenden Applaus im ausverkaufen Kino denkt, der sollte sich das komplette Gegenteil vorstellen und war dann live bei unserem Trip dabei.

Wir haben uns zu dritt ein Airbnb-Zimmer geteilt, bei dem nach zwei Tagen New Yorker Dauerregen Teile aus der Decke herausgebrochen sind. Die Eimer, die wir im Apartment verteilt haben, hielten den Boden dann halbwegs trocken. Die Festival-Location war ein kleines Programmkino, wie man es aus Joey Tribbianis Bühnenversuchen aus der Serie Friends kennt und der Zuschauerschnitt lag bei jeder Vorführung etwa bei 4,6 Cineasten. Als wir unseren Film dann das erste Mal öffentlich der Welt zeigten, haben sich ganze sechs Menschen, allesamt weitere Filmemacher, an diesem verregneten Sonntag in New York ins Kino verirrt. Premiere gelungen, würde ich sagen.

Im Ernst, für uns war es eine Erfahrung, die man nur einmal so in seinem Leben macht. Daher möchte ich enden mit dem Highlight unseres kurzen Ausfluges in die Niederungen des amerikanischen Kinos. Als wir nämlich am Tag vor unserer Premiere unsere Festivalpässe abholen wollten, kam eine junge Frau verdattert auf unseren Hauptdarsteller Andreas zu und sagte: „You’re from Amaro! Wow. Thank you. Terrific.“

Andreas, der in Chemnitz am Theater arbeitet, hat einen echten Fan. In New York. Einmal über den Atlantik. If he can make it there…